Die sicherste Verhütungsmethode seitens des Mannes ist die sog. Vasektomie. Es handelt sich hierbei um eine Unterbindung der Samenleiter, um einen Spermientransport Richtung Prostata und Harnröhre zu verhindern. Die Vasektomie gilt als komplikationsarmer Eingriff und wird von uns in der Regel ambulant durchgeführt.

Die Durchtrennung der Samenleiter zur Empfängnisverhütung stellt eine der sichersten und effektivsten Verhütungsmethoden dar, sofern die Familienplanung abgeschlossen ist. Sie wird üblicherweise in örtlicher Betäubung durchgeführt, eine Vollnarkose ist auf Wunsch ebenso möglich.

Wir führen die Vasektomie sowohl herkömmlich (mit Hautschnitt) als auch in moderner Weise (ohne Hautschnitt, Non-Skalpell-Vasektomie) durch. Letztere zeichnet sich durch eine kürzere Operationszeit, eine geringere Infektionsrate und eine geringere Wahrscheinlichkeit der Ausbildung von Blutergüssen am Hodensack aus.

Die oft geäußerten Ängste vor den Folgen dieser Operation sind unbegründet: Die Erektionsfähigkeit bleibt voll erhalten und auch der Samenerguss bleibt erhalten, da der größte Sekretanteil beim Samenerguss nicht aus dem Samenleiter, sondern aus der Prostatadrüse stammt. Lediglich die Samenfäden (Spermien) sind nach dieser Operation unter dem Mikroskop nicht mehr nachweisbar.

Für weitere Fragen und eine ausführliche Aufklärung über die Operation stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. 
Sie können sich auch vorab über folgende Website ausführliche Informationen rund um die Sterilisationen einholen:

www.vasektomie.de/urologen/profil/uro-mannheim.html

Ambulante Operationen 2

Wie läuft die Sterilisation ab? Sterilisation ohne Hautschnitt

Die Vasektomie wird in der Regel durch uns ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt. Auch eine Durchführung in Vollnarkose ist möglich, wobei die Narkosekosten ebenfalls vom Patienten zu tragen sind.

Wir bevorzugen die Durchführung der Sterilisation in unserer urologischen Praxis nach der modernen Form ohne Skalpell, d.h. nach dem Prinzip der No-Scalpell-Vasektomie

Hierbei wird der Hodensack mit einer feinen speziellen Klemme auf beiden Seiten jeweils gespreizt, die Samenleiter gefasst und durchtrennt.

Die Vorteile einer skalpellfreien Vasektomie liegen auf der Hand:

  • kürzere Operationszeit,
  • eine geringere Infektionsrate  
  • eine geringere Wahrscheinlichkeit der Ausbildung von Blutergüssen am Hodensack

Gründe für oder gegen eine Sterilisation

Hauptgrund für eine Sterilisation ist eine abgeschlossene Familienplanung und der Wunsch nach einer sicheren Verhütungsmethode, welche für die Partnerin nicht belastend ist. Der Eingriff ist darauf ausgelegt zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit zu führen.

Ein erneutes Zusammenfügen der Samenleiter ist mit mikrochirurgischen Operationsverfahren technisch möglich, allerdings deutlich aufwändiger und nicht immer erfolgreich (s.u.).

Patienten, die sich für eine Vasektomie entscheiden, sollten dies im Bewusstsein tun, dass es sich hierbei um eine definitive Entscheidung handelt.

Gründe die eher gegen eine Vasektomie sprechen sind eine bisherige Kinderlosigkeit, Alter < 30 Jahre, chronische Hodenschmerzen und keine aktuelle Partnerschaft.

Ab wann kann man ungeschützten Verkehr haben? Ist der Mann nach dem Eingriff sofort unfruchtbar?

Nach erfolgreicher Vasektomie können noch mehrere Monate lang befruchtungsfähige Spermien in der Samenflüssigkeit vorhanden sein. Deshalb ist anfangs noch eine zusätzliche Verhütung erforderlich.

Die allgemeine Empfehlung lautet ca. 2-3 Monate nach Vasektomie eine Ejakulatkontrolle und im Abstand von einigen Wochen eine 2. Ejakulatkontrolle durchzuführen. Vor der ersten Ejakulatkontrolle sollten dabei mindestens 20 Ejakulationen erfolgt sein. Sind in beiden Ejakulatuntersuchungen keine Spermien vorhanden, kann die Freigabe erfolgen und auf zusätzliche Verhütung verzichtet werden.

Sollten bewegliche Spermien in den Ejakulatkontrollen gefunden werden ist eine erneute Untersuchung nach weiteren 6 Wochen anzuraten. Sollten auch in dieser Untersuchung weiter Spermien vorhanden sein, muss über eine Wiederholung des Eingriffes diskutiert werden.

Wo verbleiben die weiterhin produzierten Spermien?

Auch nach der Sterilisation werden weiter männliche Samenzellen im Keimgewebe des Hodens gebildet. Da die Samenfäden durch die Durchtrennung und Unterbindung der Samenleiter nicht mehr nach außen gelangen können, werden sie im Nebenhoden vom Körper abgebaut. Dieser Prozess läuft vom Patient unbemerkt ab und ist nicht schmerzhaft.

Gibt es Auswirkungen auf die Potenz? Empfinde ich nach der Vasektomie weiter Lust?

Da nur die Samenleiter durchtrennt werden, bleibt der Sexualhormonhaushalt, die Erektions- und Ejakulationsfähigkeit unverändert.

Der Hormonhaushalt des Mannes wird durch den Eingriff nicht gestört. Die Vasektomie hat keine körperlichen Auswirkungen auf die Versteifung des männlichen Gliedes (Erektionsfähigkeit) und auf den Samenerguss (Ejakulation).

Die Samenflüssigkeit ohne Samenfäden (Spermien) ist optisch nicht vom ursprünglichen Zustand zu unterscheiden.

Somit ist ein erfülltes Liebesleben weiterhin möglich.

Kann die Sterilisation rückgängig gemacht werden?

Grundsätzlich ja. Es besteht die Möglichkeit einer Wiederherstellungs-Operation (sog. mikrochirurgische Vaso-Vasostomie).

Beide Enden der Samenleiter werden hierbei unter dem Operationsmikroskop nach Entfernung der narbigen Enden wieder zusammengenäht. Der Eingriff erfolgt an spezialisierten Zentren und ist sowohl medizinisch, wie auch finanziell deutlich Aufwändiger als die Vasektomie.

Der Wahrscheinlichkeit einer erneuten Durchgängigkeit der Samenleiter erreicht um die 85%, wobei ja nach Zeitraum zwischen Vasektomie und Vaso-Vasostomie die Beweglichkeit und Anzahl der Spermien dauerhaft unter den Ausgangswerten zurückbleiben kann.

Nebenwirkungen und Folgen der Vasektomie

Unmittelbare Folgen des operativen Eingriffs können das Auftreten von Schmerzen im Hodenbereich sein, welche meist nach wenigen Tagen abklingen.

Generell kann es zu einer Nachblutung oder Wundheilungsstörung/Wundinfektion kommen.

Wie bereits erwähnt kann auch im langfristigen Verlauf eine Wiederherstellung der Durchgängigkeit der Samenleiter spontan auftreten. Die Häufigkeit einer sog. späten Rekanalisierung wird mit 0,03-1,2 % angegeben.

Die sog. frühe Rekanalisierung, d.h. ein weiter vorhandener Nachweis von beweglichen Spermien in den Ejakulatuntersuchungen unmittelbar nach der Vasektomie, tritt mit einer Häufigkeit von 0,2-5% auf und kann eine Wiederholung des Eingriffes notwendig machen.

Um partnerschaftlichen Problemen vorzubeugen, empfiehlt sich im Vorfeld eine gemeinschaftliche Beratung mit dem Lebenspartner.

Eine sehr seltene aber störende Folge einer Vasektomie können chronische Schmerzen im Hodenbereich sein. Diese sind oft schwer zu therapieren und können teilweise in einer erneuten mikrochirurgischen Vaso-Vasostomie münden.

(Lit.: Hydrozele, Spermatozele und Vasektomie. Komplikationsmanagment, Kliesch S., Der Urologe, Mai 2014, Volume 53, Issue 5, pp 671-67)

Wie sicher ist die Vasektomie hinsichtlich der Verhütung?

Die Vasektomie ist die sicherste Verhütungsmethode für den Mann. Der Pearl Index beträgt bei diesem Eingriff 0,1. Das heißt, dass von 1000 Paaren, die ein Jahr ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und auf diese Verhütungsmethode vertrauen, eine Partnerin schwanger wird.

Der Pearl-Index der oft verwendeten Pille zur Verhütung bei der Frau liegt im Vergleich dazu mit 0,1-0,9 höher.

Die Methode bietet daher zwar eine sehr hohe, aber genauso wenig wie andere, keine 100% Sicherheit. Auch nach Jahren können durch Regenerationsprozesse im Körper spontane Wiederherstellungen der Kontinuität der Samenwege beobachtet werden, auch wenn die Wahrscheinlichkeit hierfür mit 0,03-1,2 % in verschiedenen Studien sehr niedrig ist.

Schützt die Sterilisation des Mannes vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten, wie AIDS?

Die Antwort lautet eindeutig NEIN! Kondome gelten weiterhin als wirksamer Schutz vor der Übertragung von Geschlechtskrankheiten.

Kosten einer Vasektomie

Da es sich bei einer Vasektomie nicht um einen medizinisch notwendigen Eingriff handelt, werden die Kosten weder von der gesetzlichen Krankenversicherung, noch von der privaten Krankenversicherung getragen.

Im Zuge der Gesundheitsreform 2004 ist die Leistung der Sterilisation aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung gestrichen worden. Die Beratung gehört jedoch zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung. Auch Privatversicherte müssen die Sterilisationskosten nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) selbst tragen.