Der Penis zählt zu den äußeren Geschlechtsorganen des Mannes und dient dem Geschlechtsverkehr, der Fortpflanzung und der Ausscheidung von Urin.

 

Phimose

Wenn sich die Vorhaut des männliches Gliedes nicht oder nur unter Schmerzen über die Eichel zurückstreifen lässt, sprechen Mediziner von einer Vorhautverengung oder Phimose. Sie ist eine häufige Erkrankung des Penis und in den meisten Fällen angeboren, kann aber auch durch Entzündungen von Vorhaut und Eichel, Verletzungen oder bestimmte Hautkrankheiten entstehen. Im Säuglingsalter ist die Vorhautenge normal. Sie entwickelt sich meistens bis zum fünften Lebensjahr zurück.

Die krankhafte, angeborene Phimose bleibt darüber hinaus bestehen. In der Folge kann es zu Entzündungen und Problemen beim Wasserlassen kommen. Schmerzen bei der Erektion und beim Geschlechtsverkehr sind weitere mögliche Symptome. Die Genitalhygiene ist erschwert, so dass sich Talg und Sekret unter der Vorhaut sammeln können, was zu chronischen Entzündungen führen und das Risiko für Peniskrebs erhöhen kann.

In der Regel wird die Phimose durch eine Beschneidung behandelt. Bei diesem kleinen, meist ambulant durchgeführten operativen Eingriff wird die Vorhaut ganz oder teilweise entfernt.

Prävention einer angeborenen Phimose ist nicht möglich.

  • Gute Genitalhygiene aber beugt Entzündungen von Eichel und Vorhaut vor und damit der Gefahr, eine Vorhautverengung auszulösen.
  • Bei Jungen darf die Vorhaut nie gewaltsam zurückgezogen werden, weil dabei Risse und Einblutungen entstehen, deren Vernarbung eine Phimose nach sich ziehen kann.
  • Die Behandlung einer Phimose hilft, Entzündungen und die Übertragung von Geschlechtskrankheiten sowie die Entstehung von Peniskrebs zu verringern.

Peniskrebs

Das Peniskarzinom ist mit rund 600 Neuerkrankungen pro Jahr eine sehr seltene Erkrankung in Deutschland. Wenn der Tumor früh entdeckt wird, sind die Heilungschancen gut. Oft wird Peniskrebs aber erst in fortgeschrittenem Stadium diagnostiziert, weil betroffene Männer Krankheitszeichen aus Unwissenheit oder Scham verschweigen.

Hautveränderungen, Verhärtungen oder Schwellungen an Eichel oder Vorhaut, Ausfluss oder Blutungen aus dem Penis sind typische Symptome. Männer mit einer Vorhautverengung haben ein größeres Erkrankungsrisiko. Diese verhindert das komplette Zurückschieben der Vorhaut und erschwert die Genitalhygiene, wodurch chronische Entzündungen entstehen, die das Wachstum von Tumoren begünstigen. Einige Formen des Peniskarzinoms werden durch Infektionen mit sexuell übertragbaren Humanen Papilloma-Viren (HPV) und durch Genitalwarzen ausgelöst. Auch ultraviolette Strahlung und Tabakkonsum gelten als Risikofaktoren. Eine Gewebeprobe, Ultraschall und andere bildgebende Verfahren dienen der Diagnosestellung.

Die Entfernung des Tumors ist die wichtigste Behandlungsmaßnahme. Ist das Peniskarzinom noch klein, kann organerhaltend operiert werden. Später droht eine teilweise oder vollständige Amputation des Penis. Sind Metastasen in den Leistenlymphknoten vorhanden, werden diese entfernt, und eine zusätzliche Chemotherapie ist notwendig.

Prävention ist möglich.

  • Dazu gehört vor allem gute Genitalhygiene. Das heißt vollständiges Zurückschieben der Vorhaut und gründliches Waschen mit Wasser und Seife, um Talg und Sekret zu entfernen.
  • Bei Männern mit Phimose kann die operative Entfernung der verengten Vorhaut präventiv wirken.
  • Selbstbeobachtung ist wichtig.
  • Nutzen Sie ab 45 Jahren die jährliche gesetzliche Krebsfrüherkennungsuntersuchung beim Urologen oder bei der Urologin.

 

Quelle: Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen, Hrsg. DGU und BDU e.V. 2012