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Männliche Unfruchtbarkeit

In Deutschland sind etwa zehn bis 20 Prozent der Paare ungewollt kinderlos. Wenn eine Schwangerschaft nach ei- nem Jahr regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehrs ausbleibt, liegen die Ursachen dafür zu gleichen Teilen bei Mann oder Frau oder bei beiden.

Der Facharzt oder die Fachärztin für Urologie mit Zusatzweiterbildung Andrologie (Männerarzt) untersucht und be- handelt die Ursachen männlicher Unfruchtbarkeit (Infertilität). Zeitweise Probleme mit der Zeugungsfähigkeit haben mindestens sieben Prozent aller Männer im fortpflanzungsfähigen Alter. Dafür können zum Beispiel Hodenhochstand im Kindesalter, Hormonstörungen, eine Infektion der Samenwege, Krampfadern in den Hoden

oder andere Allgemeinerkrankungen verantwortlich sein. Auch Stress, Nikotin, Alkohol, Übergewicht, Umwelteinflüsse, Drogen, Doping (anabole Steroide) oder Medikamenteneinnahme können die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen.

Zur Diagnose dienen der Ultraschall des Hodens, eine Blutuntersuchung zur Analyse des Hormonhaushalts und die Analyse einer Samenprobe, die unter anderem Aufschluss über das Volumen des Ejakulats sowie Anzahl, Beweglichkeit und Form der Spermien gibt.

Das Behandlungsspektrum ist groß: Je nach Befund können im Einzelfall eine Hormonbehandlung, ein operativer Eingriff an den Samenwegen oder die Gewinnung von Spermien aus dem Hodengewebe und anschließende Maßnahmen der künstlichen Befruchtung angezeigt sein. Krebspatienten, deren Fruchtbarkeit infolge von Chemo- oder Strahlentherapie dauerhaft eingeschränkt sein kann, sichert das Einfrieren einer Samenprobe vor der Tumorbehandlung die Möglichkeit, einen späteren Kinderwunsch zu erfüllen.

Ein gesunder Lebensstil hält Spermien fit. Das heißt:

  • Vermeiden von Nikotin (Nikotinkonsum reduziert das Befruchtungspotenzial der Spermien um die Hälfte!)
  • frühe kindliche Korrektur eines Hodenhochstandes
  • kein Anabolikamissbrauch
  • Normalgewicht und ausgewogene Ernährung
  • regelmäßiger, aber nicht übertriebener Sport für die Hormonproduktion
  • maßvoller Alkoholkonsum
  • Arbeitsschutzmaßnahmen einhalten
  • Hoden vor Hitze durch Sauna, Autositzheizung, Laptop oder zu enger Kleidung schützen

Erektile Dysfunktion

Nicht jede Flaute im Bett ist eine behandlungsbedürftige Erkrankung. Medizinisch liegt eine erektile Dysfunktion erst dann vor, wenn ein Mann über mindestens ein halbes Jahr in zwei Dritteln der Fälle keine Erektion bekommen oder aufrecht erhalten kann, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht. Circa fünf Millionen Männer in Deutschland sind betroffen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter.

Vielfältige körperliche und /oder psychische Ursachen können eine erektile Dysfunktion hervorrufen. Während beim jüngeren Mann häufiger psychische Auslöser wie Stress oder Ängste auftreten, hat die Erektionsstörung in insgesamt 70 Prozent der Fälle organische Ursachen.

Das sind vor allem Diabetes mellitus sowie Gefäß- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Testosteronmangel oder andere Hormonstörungen, Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie Multiple Sklerose, Operationen im Becken, Nikotin- und Alkoholmissbrauch sowie Nebenwirkungen von Medikamenten. In jedem Fall sollten die Ursachen abgeklärt werden, denn eine Erektionsstörung kann der erste Hinweis auf Schädigungen des Gefäßsystems und damit Vorbote von Herzinfarkt oder Schlaganfall sein.

Zur Diagnose gehören das ausführliche Gespräch mit dem Urologen oder der Urologin, die körperliche Untersuchung und eine Blutuntersuchung, um Hormonstatus und möglichen Testosteronmangel, Blutzucker und Blutfettwerte zu bestimmen.

Bei der Behandlung kommen in erster Linie Tabletten, sogenannte PDE-5-Hemmer, zum Einsatz, die immer vom Arzt verordnet und nicht aus fragwürdigen Internetquellen bezogen werden sollten. Sie können ggf. mit einer Hormontherapie kombiniert werden. Außerdem gibt es Wirkstoffe, die sich der Mann direkt in den Penis verab- reicht. Mechanische Erektionshilfen wie die Vakuumpumpe, psychologische Behandlung und Schwellkörperimplantate ergänzen die Behandlungsmöglichkeiten.

Der folgende standardisierte Fragebogen bietet uns Informationen, ob Sie womöglich an einer Erektionsstörung leiden. Anzeichen hierfür bestehen, sobald weniger als 22 Punkte erreicht werden. Hilfreich wäre es, das von Ihnen ausgefüllte Formular uns vorzulegen:
Fragebogen zur Erfassung von Potenzstörungen (0.02 MB)

Bei der Prävention gilt, was gut für die Blutgefäße ist, hilft auch der Potenz. Das bedeutet:

  • Rauchverzicht
  • ausgewogene Ernährung (wenig tierisches Fett, viel Obst und Gemüse)
  • wenig Alkohol
  • regelmäßiger Ausdauersport
  • Übergewicht abbauen
  • Bluthochdruck vermeiden
  • Diabetes gut einstellen lassen
  • Schlafapnoe (Atemstillstand-Episoden während des Schlafes) behandeln lassen

Testosteronmangel

Urologen bezeichnen den Mangel des wichtigsten männlichen Geschlechtshormons, des Testosterons, als Hypogonadismus. Testosteronmangel kann sehr unterschiedliche Ursachen haben und zum Beispiel angeboren oder genetisch bedingt sein oder durch Nieren- und Gefäßerkrankungen, Diabetes oder Medikamenteneinnahme hervorgerufen werden. Auch Alter und Lebensstil spielen eine wichtige Rolle.

Mit zunehmendem Alter sinkt der Testosteronspiegel kontinuierlich ab. Das ist ein ganz normaler biologischer Vorgang. Ähnlich wie in den Wechseljahren der Frau kann der veränderte Hormonhaushalt auch beim Mann Beschwerden wie Schlafstörungen, Ängste und depressive Verstimmungen auslösen und zu Potenzproblemen, Gewichtszunahme sowie verminderter Muskelmasse und abnehmender Knochendichte (Osteoporose) führen.

Testosteronmangel lässt sich mithilfe eines Bluttests einfach diagnostizieren. Im individuellen Fall kann eine Testosteronersatz-Therapie in Form von Spritzen, Tabletten, Gel oder Pflastern geeignet sein.

Der folgende standardisierte Fragebogen soll Ihnen die Möglichkeit einer ersten Selbsteinschätzung geben:
Fragebogen zur Erfassung von Beschwerden beim alternden Mann (0.04 MB)

Tipps zur Prophylaxe:

  • regelmäßiger Ausdauersport (kurbelt die Testosteronproduktion an)
  • gesunde Ernährung
  • Normalgewicht
  • Rauchverzicht
  • maßvoller Alkoholkonsum

Klinefelter-Syndrom

In Deutschland leben etwa 80.000 Jungen und Männer mit dem sogenannten Klinefelter-Syndrom. Sie sind Träger einer angeborenen genetischen Störung, bei der zusätzlich zum normalen Chromosomensatz 46, XY ein weiteres X-Chromosom vorliegt. Unbehandelt drohen Testosteronmangel, Unfruchtbarkeit, Erektionsstörungen, Osteoporose und Diabetes mellitus.

Die Ursachen sind nicht bekannt, das Risiko steigt mit dem Alter der Mutter. Erkannt wird die Abweichung der Geschlechtschromosomen nur in rund 20 Prozent der Fälle. Im Kindesalter sind die betroffenen Jungen tendenziell eher ruhig. Sprachentwicklung und Feinmotorik können gestört sein. Die Pubertät tritt oft verzögert oder vermindert ein. Häufig sind Körperbehaarung, Bartwuchs und Stimmbruch wenig ausgeprägt. Auch überdurchschnittliches Längenwachstum und Brustentwicklung können Symptome sein. Alle Betroffenen zeigen eine Unterentwicklung der Hoden und haben demzufolge eine verminderte Testosteronproduktion sowie wenige oder keine zeugungsfähigen Spermien.

Die optimale Behandlung beginnt im Grundschulalter mit Ergotherapie und gegebenenfalls ab der Pubertät mit einer Beobachtung des Testosteronhaushaltes. Mithilfe moderner Reproduktionsmedizin gelingt es in etwa 50 Prozent der Fälle, zeugungsfähige Spermien operativ aus dem Hodengewebe zu entnehmen und für eine spätere Kinderwunschbehandlung zu konservieren. Bestmöglichen Erfolg zeigt die Spermiengewinnung zwischen Pubertätsbeginn und frühem Erwachsenenalter, und zwar vor der dauerhaften Testosterongabe. Wenn ein Testosteronmangel entsteht, sollte eine lebenslange Testosteronersatztherapie eingeleitet werden.

Dem Klinefelter-Syndrom selbst kann man nicht vorbeugen, wohl aber den Folgeerkrankungen. Wichtig sind:

  • aufgeklärte Eltern, die die Krankheitszeichen kennen
  • Ärzte, die im Rahmen der J1-Untersuchung im Alter zwischen 12 und 14 Jahren betroffene Jungen identifizieren
  • die frühe Erkennung und Behandlung der Chromosomenstörung

 

Quelle: Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen, Hrsg. DGU und BDU e.V. 2012